Was kann Coaching?

In vielen Unternehmen arbeiten heute Menschen zusammen, die in besonderem Maß mit den Strukturen moderner Arbeitsabläufe konfrontiert sind: die Arbeit ist deutlich weniger durch festgelegte Verläufe und klare Hierarchien bestimmt. Von den Mitarbeitern wird erwartet, dass sie selbständig, kreativ, produktiv und verantwortlich arbeiten. Aber zeitgleich sollen sie auch kooperativ, teamfähig, kritik- und führungsfähig („führen können“ und „geführt werden“) sein. Das Ganze oft unter massivem Zeitdruck.

Hoppla – wenn man das so liest, klingt es ein bisschen nach Gegensatz.

Genau. Diese Widersprüche sind im einzelnen Menschen und innerhalb des Teams. Und äußern sich dann schnell in Kommunikationsstörungen – und zwar als Konflikt der Person mit sich selbst oder des Team. Sie sind eine voraussehbare Folge moderner Arbeitsabläufe – aber auch lösbare Themen.

Erfolg oder Misserfolg des Teams lassen sich oft an den Fähigkeiten der Einzelnen messen, mit den Anforderungen an sich und denen der Kollegen/Mitarbeiter zurecht zu kommen. Der „menschliche Faktor“ kann in eher offenen Strukturen das Zusammenspiel in der Gruppe blockieren – mehr, als es in starren Hierarchien denkbar ist, weil dort klar definiert ist, wer an welcher Position ist und was er können muss.

Coaching beschäftigt sich also mit dem Einzelnen: analysiert die Art der Kommunikation, die Art des Umgangs mit sich (!) und anderen. Zeigt alte Muster auf und bietet neue an, hört zu, übt, baut auf. Mit erprobten Methoden, aber angepasst an die Person.

Coaching beschäftigt sich daher auch mit dem Zusammenspiel in der Gruppe: Deckt Kommunikationsmuster auf, fragt nach der Fähigkeit, Reibung zu begegnen und positiv umzuwandeln, bietet klare Gruppenziele und hilft, sie gemeinsam zu erreichen.

Zeitgemäße Führung und Teamentwicklung auf der einen Seite und Selbstverantwortung auf der anderen Seite bedeutet daher, die Herausforderungen nicht einfach laufen zu lassen – sondern sich das innere Gefüge in Abständen genauer zu betrachten. Sachliche Klarheit und geklärte Beziehungen sind elementar, um als Einzelner und als Gruppe kreativ, offen – und zufrieden – sein zu können.